Info
Bandname: Artillery
Albumname: When Death Comes
Musikrichtung: Thrash Metal, Heavy Metal, Alternative Metal
Erscheinungsjahr: 2009
Label: Refield Records (Alive)
Herkunft: Dänemark
Myspace: keine
Website: http://www.artillery.dk/
Mit „When Death Comes“ wenden sich Artillery erneut einem noch unentdeckten musikalischen Weg zu. Nach fast zwanzig turbulenten Jahren, formierte sich das ehemalige Line-Up von By Inheritance 2007 unter dem Power Metal-Vokalisten Søren Nico Adamsen als Frontmann neu. Nach einer Live-DVD und zahlreichen Europakonzerten ging die Band im März 2009 ins Studio. Søren Andersen, Gitarrist von Oliver Weers und Kandidat für den Eurovision Song Contest (ja, tatsächlich) wurde überraschend dazu auserkoren, die Produktion zu übernehmen. Das Resultat ist das erfrischende und interessante „When Death Comes“.
Es ist schon fast eine Tradition dieser Band, dass ihr Sound sich erneut komplett verändert und in eine neue Version gebracht wurde. Der Kern der Musik ist Thrash Metal mit sehr starken Power/Heavy Metal-Einflüssen, traditionelleres Songwriting und der orientalische Touch, der seit 1990 ein Markenzeichen der Band geworden war. Vergleichen wir die Scheibe mit früheren Werken der Band, fällt auf, dass die Musik viel geradliniger und stärker um die Gesangslinien orientiert wurde. Die Riffs kehren auf konventionelleren Boden zurück und ähneln sich in der Herangehensweise denen auf ihren anderen Alben. Mit dem Titelsong (gleich der erste auf dem Album) ergreift sich die Scheibe sofort die Aufmerksamkeit des Hörers und lässt ihn kaum wieder los.
Allerdings gibt es auch ein paar Kritikpunkte. Erstens gibt es Momente, in denen sich die Vocals sehr unbequem anfühlen, am stärksten ist das bei „Not A Nightmare“ und „The End“ wahrzunehmen. Obwohl Nico einen sehr guten Job gemacht hat, kann er sich nicht in die Fußstapfen von Flemming Rönsdorf pressen und sollte dies auch nicht versuchen. Ein zweiter Kritikpunkt wäre, dass nicht alle Songs des Albums die Aufmerksamkeit des Hörers so sehr fesseln, wie zum Beispiel der Titeltrack. Am deutlichsten wird das bei „Damned Religion“, der, um es einfach auszudrücken, einfach zu lang und am Ende sogar ermüdend langweilig ist. Die dritte Kritik: Übersteuern. Da das Album sehr laut produziert ist, ist der Schaden leider nicht zu überhören. Es wird jedoch nie so schlimm, dass es einem auf die Nerven geht, trotzdem ist es ein Fehler des Produzenten.
Wenden wir uns dem Schlagzeug zu. Der große Unterschied ist, dass Carsten Nielsen weitaus kontrollierter spielt als auf den wilden, ungestümen 80er-Jahre-Platten. Eine gute Idee, doch auch die alte Variante hatte seine Vorzüge. Eine Evolution, die sich, wie vorher schon erwähnt, durch die ganze Band zieht und in einer traditionelleren, liedbasierteren Musik resultiert. Bei der Produktion hatte ich ja schon das Übersteuern kritisiert, doch sonst machte Søren Andersen einen guten Job. Der Klang ist sehr kompakt, heavy und modern, etwas, dass man je nach Geschmack entweder lieben oder hassen kann. Oh, und bevor ich es vergesse: die Solos! Muss ich darüber überhaupt ein Wort verlieren? Immerhin haben wir an den Gitarren zwei Stützers und das sollte alles sagen. Bassist Peter Thorslund ist zwar etwas im Hintergrund, aber durch die vielen starken Basslinien stört das auf dem Album nicht weiter.
Fazit: Das sind Artillery in ihren besten Jahren und jeder Metaller mit einigermaßen (Sach-)Verstand, sollte sich das Album besorgen. Nach all den Jahren hat die Band jetzt endlich die Chance, sich den Respekt zu holen, den sie sich schon immer verdient hat. „When Death Comes“ ist nicht perfekt, aber was ist schon perfekt? Hoffen wir, dass die Band weiterhin so großartige Alben veröffentlicht.
Zu empfehlen: „When Death Comes“, „Uniform“, „Rise Above It All“, „Upon My Cross I Crawl“ und „Chaos Ride“ (Warum ist diese Nummer eigentlich ein Bonus-Track???)
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten
Tracklist (Non-Special-Edition):
1. When Death Comes
2. Upon My Cross I Crawl
3. 10,000 Devils
4. Rise Above It All
5. Sandbox Philosophy
6. Delusions Of Grandeure
7. Not A Nightmare
8. Damned Religion
9. Uniform
10. The End
11. Refuse To Live – Part 2
12. Warhead
Besetzung:
Gesang:           Søren Adamsen
Gitarre:           Morten Stützer
Gitarre:           Michael Stützer
Bass:               Peter Thorslund
Schlagzeug:    Carsten Nielsen