Info
Bandname: The Blackout
Albumname: Hope
Musikrichtung: Post-Hardcore, Rock
Erscheinungsjahr: 2011
Label: Cooking Vinyl
Herkunft: Wales
Myspace: http://www.myspace.com/theblackout
Website: http://www.theblackout.net/

Langsam wird es seltsam. Schon wieder kommt mir das neue Album einer walisischen Band in die Hände. Und schon wieder muss ich natürlich meinen Senf dazu geben. Es ist jetzt zwar schon einen Monat her, dass The Blackout ihre dritte Scheibe „Hope“ veröffentlichten, doch diesem Album musste ich doch erst einmal Zeit geben, bevor ich wusste, was ich schreiben soll.

Zuerst fällt einem auf, dass „Hope“ sich klanglich nicht unbedingt am Vorgänger „The Best in Town“ (2009) zu orientieren scheint. Die Songs sind nicht mehr ganz so hardcorelastig, eher rockiger. Dies fiel mir schon beim Opener „Ambition Is Critical“ auf, auf dem nicht ein einziges Mal deutlich Shouts und Screams zu hören sind. Im nächsten Song „Never By Your Side“ ändert sich der erste Eindruck schon wieder komplett, denn die gesamte Strophe ist wieder vom typischen Gesangswechsel zwischen Sean Smith (Screams) und Gavin Butler (cleaner Gesang) geprägt.

Die erste Single-Auskopplung „Higher And Higher“ kommt mit einem für Abwechslung sorgenden Auftritt des amerikanischen Punk-Rappers Hyro Da Hero daher. Auch hier hält sich Sean Smith mit Screams eher im Hintergrund. Es folgt der balladeske Titelsong „Hope (Scream Out Loud)“, dessen Refrain mit nervig-poppigen Gangshouts unterstützt wird. Irgendwie scheinen die Jungs trotz des Popcharakters des Songs nicht auf ihre Hardcore-Wurzeln verzichten zu wollen.

Nach dieser kurzen Ruhepause wird dann wieder ordentlich in die Saiten geschlagen. Mit „This Is Our Time“ folgt einer meiner Favoriten des Albums, der durchaus auch mit „Shut The Fuck Uppercut“ oder „Said & Done“ vom Vorgänger verglichen werden darf. Sehr hart und genau so, wie ich The Blackout vom Vorgänger her kannte.  „The Last Goodbye“ hätte ebenso gut auf ein You Me At Six-Album gepasst, ist jedoch eine gute Abwechslung zu „This Is Our Time“, mir jedoch insgesamt etwas zu poppig.

„No More Waiting“ fängt so an, als wöllte er auf eine der beiden Load-Scheiben von Metallica gehören. Spätestens mit dem Einsatz der Screams hat sich der Eindruck dann jedoch erledigt. Alles in allem ein ganz starker, energiegeladener Song, der gegen Ende ein aufbauendes Element besitzt, das ich auch bei Lostprophets´ „Burn, Burn“ schon gehört habe. „The Devil Inside“ ist wieder einer meiner absoluten Favoriten des Albums. Netter Groove in der Strophe, schöne Hookline im Refrain und dazu ein sehr eingängiger Mittelteil – fertig ist der Ohrwurm.

Das darauffolgende „You´re Not Alone“ weist wieder sehr ruhige Züge auf. Schön allerdings finde ich den Pre-Chorus und den Refrain selbst. Die Nummer ist definitiv auch in deutschen Radios spielbar und wäre eine willkommene Abwechslung zu dem sonstigen (Pop-)Material. Auch „Keep on Moving“ wirkt wieder relativ balladesk, jedoch nicht nervig. Der Song hätte sich auch prima auf dem letzten Kids in Glass Houses- Album gemacht. Schön finde ich hier den aufbauenden Text, was bei The Blackout, im Gegensatz zu anderen Szenekollegen (z.B. Funeral For A Friend, usw.), ja schon von Anfang an herausstach.

Zu guter Letzt findet noch meine absolute Nummer eins des Albums Erwähnung. „The Storm“ hat mich mit seiner ruhigen Strophe und dem ohrwurmverdächtigen Pre-Chorus und Refrain in seinen Bann gerissen. Eine unantastbar gute Rocknummer zum Abschluss eines verdammt guten Rockalbums.

Die beiden Gitarristen James und Matthew Davies beweisen einmal mehr, dass man für gute Musik nicht immer unglaublich technisch, sondern auch mal straight forward spielen kann. Als Gitarrist kann ich mir nur wünschen, dass sich dieser Spielweise viele Bands anschließen, denn Laune machen die Songs allemal. Auch Bassist Rhys Lewis erledigt einen soliden Job. Gareth Lawrence (Schlagzeug) hat zumindest beim Songwriting sehr gute Arbeit geleistet, denn wie die Band bereits verkündet hat, ließ er sich bei den Aufnahmen zum Album von Hexes-Drummer Tom Winch und Kids In Glass Houses-Schlagzeuger Phillip Jenkins vertreten, die sich beide, wie Sean Smith verlauten ließ, während des gesamten Recording-Prozesses von Lawrence Kritik und genaue Spielanweisungen anhören mussten.

Wer sich zudem die Special Edition holt, erhält noch ein paar Bonussongs in Form zweier Akustikversionen („Hope“ und „You´re Not Alone“) und vier Coversongs („Party Hard“ von Andrew W.K., „Lump“ von den Presidents of The United States Of America (Hallo Punkwurzeln), „Save Tonight“ von Eagle-Eye Cherry und „You Gotta Fight For Your Right (To Party)“ von den Beastie Boys).

Alles in allem eine angenehme Weiterentwicklung der Band und hoffentlich noch nicht das Ende.

Hörtipps: „Higher And Higher“, „This Is Our Time“, „The Devil Inside”, “You´re Not Alone”, “The Storm”

Bewertung: 8 von 10 Punkten

Tracklist:
1. Ambition Is Critical
2. Never By Your Side
3. Higher And Higher
4. Hope (Scream It Out Loud)
5. This Is Our Time
6. The Last Goodbye
7. No More Waiting
8. The Devil Inside
9. You´re Not Alone
10. Keep On Moving
11. The Storm

Special Edition (CD2):
1. Party Hard
2. Lump
3. Save Tonight
4. You Gotta Fight For Your Right (To Party)
5. You´re Not Alone (Acoustic)
6. Hope (Scream It Out Loud) (Acoustic)

Besetzung:
Gesang, Screams:       Sean Smith
Gesang:                       Gavin Butler
Gitarre:                       James Davies
Gitarre:                       Matthew Davies
Bass:                           Rhys Lewis
Schlagzeug:                Gareth Lawrence