Aus dem Festivaltagebuch:

Der zweite Tag auf dem 24. Gößnitz Open Air, bester Sonnenschein. Ein Blick auf die Running Order verrät: Als nächstes sind LYRIEL an der Reihe. Bislang habe ich noch nichts von dieser Band gehört, eine ausgiebige Wikipedia-Recherche ergibt: Folkmetal. Nun gut, den schattenspendenden Pavillon zurücklassend, pilgern wir also zur Bühne.

Die Spielfreude, die LYRIEL an den Tag legen ist einfach wunderbar anzuschauen, die positive Energie steckt an, bereits nach ein oder zwei Songs muss man einfach mitsingen und seinem Bewegungsdrang nachgeben. Tatsächlich schaffen es LYRIEL wie kaum eine andere Band die Symbiose von wirklich harter Rockmusik mit eingängigen Balladen äußerst natürlich wirken zu lassen. Die Arrangements wissen zu verzaubern: Das eingängige Riffing, das betörende Cello und die treibenden Drums verschmelzen zu einer Einheit und tragen den Zuhörer in völlig andere Sphären. Die Vocals verzaubern und umspielen die Songs mit melancholischer Anmut.

Folkmetal? Ja. Allerdings noch garniert mit Rock, Gothic und einer Prise Alternative. Nach so einem unglaublich schönen Konzert ist die limitierte EP zum zehnjährigen Bandjubiläum fast schon ein Pflichtkauf.