Ich scrolle durch meinen Bobo-Facebook-Feed, denke mir nichts Böses und dann: Boom. Eine Meldung verursacht meine Hand dazu, sich vor Schreck und Vorfreude so heftig zur Faust zu ballen, dass mir der 1-Liter-Kanister Faxe-Bier doch glatt ins Gesicht sprudelt. Zum Glück hatte sich geistesgegenwärtig auch gleichzeitig mein Kiefer runtergeklappt, sodass der Großteil davon doch in meinem Mund landete und nicht allzu viel verschwendet wurde. Aber, wen kümmert schon das Bier? Was dafuq war passiert?

In letzter Zeit wurde ich immer häufiger im Netz mit dem Deathbat konfrontiert. Für alle Ungläubigen: Der Deathbat ist das Bandsymbol von AVENGED SEVENFOLD. Die hatten vor drei Jahren mit Hail to the King zum ersten Mal auf New Rock Reviews vorbei geschaut und auch, entgegen aller vorher herrschenden Vorurteile der Band gegenüber (buhuhu, die sind mir zu Emo *schnief*), die meisten (*hust* Ron *hust*) unserer Reviewer so dermaßen überzeugt, dass einige Zeit später schon die ersten mit A7X-tatötwierten Gesichter auftauchten und aus unseren Redaktionsräumen per Kleiderordnung entfernt werden mussten, weil sonst keine anderen Bands mehr zum Gesprächsthema geworden wären. Seitdem gilt bei uns Mützenpflicht. Warum lässt man sich aber auch die Stirn tätowieren, Dan?

Egal.

Da ich ja prinzipiell alle Amateur-Musikmagazine auf Facebook verfolge, um hier und da vielleicht mal über diese lausigen Profi-Amateure zu lachen, wurde mir die Meldung der britischen Rock Sound angezeigt, wonach A7X einen neuen Song namens “The Stage” veröffentlicht haben sollten. Nachdem ich mir also das Kinn und das Brustfell getrocknet hatte, klicke ich auf den Link und … hasse YouTube. Denn die hindern mich daran, das Video in Deutschland zu schauen. Aber das ist ein anderes Thema. Da ich ja affenmäßiger Profi bin, finde ich natürlich alternative Wege, mir das Video doch noch zu geben. Und ja, legale.

Ich muss sagen: Meine Fresse war ich überrascht. Ich kann mich an eine Aussage M. Shadows’ erinnern, in der er sagte, AVENGED SEVENFOLD würden nicht politisch sein und das auch nie werden. Na ja, scheinbar doch. Zumindest, wenn man sich das Video anschaut. Zur Bestätigung gibt’s das auch hier in diesem Beitrag.

Musikalisch? Es geht mit einer Sequenz los, die gleich an “Critical Acclaim” denken lässt. Dann folgt eine Lead, die mal wieder jeden Gitarristen (also, bis auf Synyster Gates, der spielt sie ja) verzweifelt seine Gitarren zerlegen lässt. Untermalt wird das Ganze mit den Beats des neuen Drummers, Brooks Wackerman. Shadows’ Stimme ist wieder ganz die alte, die Soli sind verdammt cool, der Song geht, wie es beispielsweise gegen Ende der City of Evil üblich war, achteinhalb Minuten und wird einfach nicht langweilig (es folgt ein anklagender Blick meinerseits auf die Master of Puppets-Enthusiasten und ein ausgiebiges gähnen, damit sie wissen, dass ich sie meine). Anders als bei den alten 80er-Jahre-Metal-Bands, die mich bis auf einen einzigen Metallica-Song überhaupt nicht überzeugen konnten, schaffen das A7X gleich im ersten Anlauf deutlich besser.

Angeblich soll das Album auch noch dieses Jahr veröffentlicht werden. Ich lasse mich überraschen und werde auf jeden Fall kein Faxe-Bier mehr in der Hand halten, während ich durch Facebook scrolle.

Bis dahin!

Euer Bobo